Leben mit Hunden – zum Schmunzeln

Ein Leben mit Hunden….

Ist wunderschön und bereichernd. Oft werde ich gefragt ob es denn nicht viel Arbeit macht mit den Hunden, viel putzen, bei jedem Wetter hinaus gehen etc. Es scheint manche Menschen auch brennend zu interessieren warum ich mehr als 1 Hund habe. Zu Beginn hat mich das ehrlich gesagt mehr beschäftigt als mir lieb war; weil manche Menschen schon Ansichten geäussert haben die ich fragwürdig fand und übrigens immer noch finde.  Jedoch kann ich all dies heute mit Humor bewältigen es sei denn jemand beleidigt meine Hunde direkt. Ja warum habe ich eigentlich mehr als 1 Hund?? Ein Wort gibt es dafür: Liebe. Und es hat sich so ergeben. Jetzt kann man sich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und denken: die Messies oder Animal-Horter haben ja auch mehr als 1 Hund und haben sie auch aus Liebe???? Verlieren dann irgendwann die Kontrolle und können nicht mehr allen Tieren gerecht werden. Sie schmunzeln??? Das sind jedoch häufige Fragen oder Bemerkungen im Alltag eines „Nichtnur 1 Hundehalters“. Und in der heutigen Zeit nicht ganz unberechtigt. Ich kann aber beruhigen. Ich horte keine Hunde und die Anzahl meiner Lieben ist überschaubar und noch an einer Hand abzuzählen …. ein Schmunzeln sei mir erlaubt. Und ja natürlich gibt Hundehaltung Arbeit. Der Staubsauger ist bei uns sehr sportlich und der Aermste hat meistens Pikett. Auch der Wischmob kommt sicher nicht zu kurz. Und die Liegeplätze wollen geputzt und gelüftet werden etc. Ich habe drei Hunde alle der selben Rasse angehörend. Trotzdem ist jede Seele individuell in ihrem Sein und ihren Bedürfnissen. Das heisst sie werden alle auch einzeln beschäftigt damit optimal auf sie eingegangen werden kann. Und ja das ist selbstverständlich Arbeit. Und es ist eine schöne Arbeit! Man bekommt um ein „unendlich-faches“ zurück. Hunde sind absolut ehrlich, treu und loyal. Achtung das heisst jetzt nicht dass sie immer einverstanden sind und alles umsetzten was ich sage oder von ihnen möchte.

Meine Hunde bringen mich zum Lachen, aber auch zum Nachdenken. Meine Hunde sind mir in schwierigen Zeiten beigestanden und sie stehen mir auch heute noch tapfer zur Seite. Meine Hunde sind meine Personal-Coaches und sehr um meine Fitness besorgt. Meine Hunde sind äusserst gute „Lehrer“ in verschiedenen Bereichen, unter anderem im Bereich Menschenkenntnis.

Und schlussendlich sind meine Hunde ein Teil meines Berufes. Wir sind sozusagen ein Team. Und wer mich kennt weiss: Ohne Hund geht’s bei mir nicht.

Hundetrainer’s Hunde…..

Oft höre ich von Kunden: Also gleich vorweg mein Hund gehorcht überhaupt nicht und ist verwöhnt. Ihre Hunde sind wahrscheinlich super erzogen und gehorchen immer. Natüüürlich. Lauter Einsteins; die auch nie nur eine Flause im Kopf haben. Sie stehlen nichts, graben keine Löcher im Garten, sie haben dem Teppich noch nie nur die kleinste Franse ausgezupft. Sie gehorchen auf den ersten Pfiff und das IMMER. Es sei denn sie haben gerade etwas viel Interessanteres gefunden – zum Beispiel gerade aktuell – Junikäfer. Natürlich brauchen Hundetrainers Hunde keine Leine sie gehorchen ja auf’s Wort und wenn sie dann doch einmal an der Leine laufen dann tun sie das brav und gesittet. Sie sind ja Hundetrainers Hunde. Und ich der Hundetrainer bin natürlich die Führungsperson alleroberster Güteklasse, bin immer superkonsequent, vermittle Ruhe, kommuniziere klar so dass sie immer genau wissen was von ihnen verlangt wird. Ich mache keine Fehler und habe auch nie welche gemacht….. Ich bin schliesslich Hundetrainer……

Ich glaube ich muss langsam wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Ausserdem hab ich schon fast ein bisschen Bauchweh, weil während ich diese Zeilen oben geschrieben habe musste ich ziemlich lachen. Haben Sie mir das geglaubt??? Nicht oder??? Die Wahrheit sieht nämlich ganz anders aus.

Ich sehe ich mich gar nicht so sehr als Hundetrainer. Unsere Philosophie ist auf der Seite ja ersichtlich.

Natürlich sind meine Hunde grundsätzlich einigermassen gut erzogen…. schmunzel. Sie wissen sich zu benehmen sagen wir es mal so. Sie arbeiten gerne mit mir, lernen gerne, sind interessierte und fröhliche Hundepersönlichkeiten. Die Eine oder Andere hat BH1 und 2 Niveau. Trotzdem…… sie sind verwöhnt (nicht vermenschlicht), aber schon etwas verwöhnt. Und natürlich sind sie auch ziemlich frech, selbstverständlich klauen sie auch mal einen Wurstzipfel, sie erschrecken Nachbars Katze oder rennen den Vögeln nach. Sie haben schon so einigen Besen den Gar aus gemacht weil es sooo toll ist den Dingern alle Borsten auszureissen. Mit Vorliebe werden auch Schuhe – nur einzelne in den Garten getragen und dort irgendwo versteckt. Und jaa sie können herzerweichend betteln. Und nein ich bin üüberhaupt nicht konsequent in den meisten Fällen. Sie hören auch absolut nicht immer wenn ich rufe, was natürlich an der Anatomie der Ohren liegt 🙂 Ich könnte beliebig weiterschreiben. Der Punkt ist:  Ich bin Hundetrainer, habe Hunde und die sind nicht perfekt. Ich bin es auch nicht. Wer ist es schon?

Was ich erwarte von meinen Hunden, und in diesen Punkten bin ich sehr konsequent. (Das wissen sie ganz genau, das wird nicht in Frage gestellt)

  • ich erwarte Anstand. Das heisst: ich werde nicht angerempelt und heftig angesprungen. (Ein Begrüssungshüpfer aus Freude ist o.k.)
  • Im Haus hat Collie sich anständig zu benehmen. Es wird nicht herumgesaust, die Deko bleibt heil und auf Platz. Dem Haus wird Sorge getragen.
  • Wenn wir irgendwo hin gehen wird gewartet, es werden keine Mitmenschen belästigt oder verbellt.
  • Es wird nicht grundlos herumgekläfft
  • An der Leine geht Collie gesittet und ich werde nicht durch Wald und Flur geschleppt. Unsere Leine ist eines unser Mittel zur Kommunikation. Sie hängt meistens durch.
  • Wenn Freigang angesagt ist (und den wähle ich umsichtig und mit Weitsicht aus) erwarte ich, dass auf den ersten Pfiff oder die Worte aalle Colliiees wirklich sofort ALLE herkommen. Und das tun sie.
  • Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, steigt ein wer geheissen. Einer nach dem Anderen. Beim Aussteigen ebenso.
  • Wer nach der ersten Bettelrunde etwas abbekommen hat und das tun sie; sie schauen wirklich lieb – verschwindet danach auf Kommando oder auf eine Geste. Auch das wird erledigt.
  • Besucher werden nicht belästigt. Oder gemassregelt. Sie werden höflich und mit Freude begrüsst. Wird ein Besuch nicht freudig oder gar nicht begrüsst so hat dies einen Grund. Der Besuch wird dann das letzte Mal bei uns gewesen sein.

Sonst haben sie so einige Freiheiten. Sie kennen ihre Grenzen sehr genau und sie überborden nie. Vermutlich liegt das auch an ihrer Art.  Mir ist es wichtig, dass sie anständig und feinfühlig sind, und sich in der Umwelt einfügen können. Was nützt es mir einen Hundefreund zu haben der alle Kommandos perfekt umsetzt aber mit der Umwelt in der er lebt so überfordert und gestresst ist, dass auch andere Mitmenschen und Mithunde dadurch beinflusst oder gar beeinträchtigt werden?

Ich arbeite oft und gern mit meinen Hunden. Auf dem Platz oder dort wo wir gerade unterwegs sind. Es ist wichtig sie ihrem Wesen entsprechend zu fördern und zu fordern, aber sie eben nicht zu überfordern. Meine Hunde arbeiten gerne und mit Freude, aber das Grösste für sie ist es draussen in der Natur mit mir unterwegs zu sein. Suchspiele zu machen, über Baumstämme gehen, durch einen Bach gehen etc.